Cloud-Strategie

Cloud ist ein Mittel, keine Religion. Manchmal ist sie die richtige Antwort – oft ist ein gut automatisierter eigener Server die wirtschaftlichere.

Ich verkaufe weder Cloud-Migrationen noch Server-Nostalgie, sondern rechne beide Wege ehrlich durch – mit Betriebsaufwand, Exit-Kosten und Datenschutz als Teil der Rechnung, nicht als Fußnote.

Die Fragen, die wirklich entscheiden

Nicht "Cloud ja oder nein" – sondern was, wohin und zu welchem Preis:

Cloud, eigener Server – oder hybrid

Die meisten Systemlandschaften brauchen keine Alles-oder-nichts-Entscheidung: Kernanwendung auf eigener Infrastruktur, einzelne Dienste aus der Cloud – oder umgekehrt. Ich zerlege Ihre Landschaft in Workloads und entscheide je Workload, nicht per Glaubensbekenntnis.

Kostenrealismus statt Preisrechner

Der Cloud-Preisrechner zeigt Instanzpreise – nicht Datenverkehr, wachsenden Speicher, Backups, vergessene Testumgebungen und den Personalaufwand für das Cloud-Setup selbst. Umgekehrt kostet der eigene Server Pflege, Updates und Verantwortung. Ich stelle beide Rechnungen vollständig auf – inklusive der unbequemen Posten.

Vendor-Lock-in & Exit-Fähigkeit

Jeder proprietäre Cloud-Dienst ist ein Stück Abhängigkeit. Das kann ein fairer Tausch sein – wenn er bewusst eingegangen wird. Ich setze auf austauschbare Bausteine (Container, PostgreSQL, S3-kompatibler Objektspeicher, offene Protokolle) und benenne, was ein Anbieterwechsel später kosten würde – bevor Sie unterschreiben.

Datenschutz & DSGVO

Wo liegen personenbezogene Daten, wer ist Auftragsverarbeiter, was verlässt die EU? Diese Fragen gehören an den Anfang der Architektur, nicht ans Ende des Projekts. Für sensible Daten kann eigene Infrastruktur oder ein EU-Hoster die einfachere Antwort sein als ein Geflecht aus Zusatzvereinbarungen. Rechtsberatung ersetze ich nicht – ich baue die technische Seite so, dass Ihr Datenschutzbeauftragter mitgehen kann.

Managed Services – gezielt, nicht flächig

E-Mail-Versand, Identitätsverwaltung, KI-Modelle: Es gibt Dienste, die man besser einkauft als selbst betreibt. Diese Website verschickt ihre Mails über Microsoft 365 / MS Graph – weil eigener Mailserver-Betrieb den Aufwand nicht wert ist. Genau diese Abwägung treffe ich mit Ihnen pro Dienst, nicht pauschal.

Automatisierung als Voraussetzung

Der eigene Server ist nur dann die wirtschaftliche Antwort, wenn er nicht von Hand gepflegt wird: Deployments aus der CI/CD-Pipeline, Container statt Schneeflocken-Server, automatisierte Backups mit geprobter Wiederherstellung. Ohne diese Basis wird Eigenbetrieb teuer – mit ihr wird er konkurrenzfähig.

Beide Welten aus der Praxis, nicht aus dem Prospekt

  • Software beim Kunden betreiben: Ein Dokumentmanagementprodukt musste vor Ort installierbar, wartbar und updatefähig bleiben – einschließlich Migration vorhandener Datenbestände
  • Cloud und Intranet verbinden: Eine Payroll-Plattform verbindet Webanwendung, lokalen Arbeitsplatz-Client und Hintergrunddienste zu gemeinsamen Dokument- und Abrechnungsabläufen
  • Cloud-Integration im Retail: Migrations- und Integrationsarbeit im Produktivbetrieb rund um eine 3D-Scan-Strecke mit AWS-Anbindung – Cloud dort, wo sie den Hardware-Kontext sinnvoll ergänzt
  • Managed Service im Eigenbetrieb: Diese Website läuft auf eigener, containerisierter Infrastruktur mit automatisiertem Deployment – nur den Mailversand übernimmt Microsoft 365 via MS Graph. Beides bewusst so entschieden
  • DSGVO praktisch umgesetzt: u. a. ein selbst entwickeltes Consent-Tool für einen Praxis-Webauftritt – Datenschutz als gebaute Funktion, nicht als PDF im Anhang

Was ich nicht bin: zertifizierter Partner eines Cloud-Anbieters. Das ist Absicht – ich verdiene nichts an Ihrer Cloud-Rechnung und nichts an Ihrer Hardware.

So gehe ich vor

  • Bestandsaufnahme: Welche Systeme laufen wo, welche Daten fließen, was ist geschäftskritisch, was ist Ballast
  • Ehrliche Vergleichsrechnung: Cloud-Variante und Eigenbetriebs-Variante nebeneinander – mit Betriebsaufwand, Personalbedarf und Exit-Kosten, nicht nur mit Listenpreisen
  • Entscheidung je Workload: nachvollziehbar dokumentiert, damit sie in zwei Jahren noch begründbar ist – eingebettet in eine Zielarchitektur mit Roadmap
  • Umsetzung in Schritten: erst automatisieren, dann verschieben – nie beides gleichzeitig als Big Bang

Und wenn die Rechnung ergibt, dass Ihr aktueller Aufbau der richtige ist: Dann sage ich Ihnen genau das – ein sauber begründetes "so lassen" ist auch ein Ergebnis.

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