IT-Sicherheit & Kryptographie

Die meisten Sicherheitslücken entstehen nicht beim Angriff – sie entstehen beim Entwurf: fehlende Rechteprüfung, ungeprüfte Eingaben, Secrets im Repository.

Deshalb behandle ich Security als Teil des Designs, nicht als Nachgedanken – von der Vertrauensgrenze im Architekturbild bis zur Verschlüsselung sensibler Daten im Code.

Die Bausteine sicherer Anwendungen

Sicherheit ist kein Produkt, das man dazukauft – sie steckt in Entscheidungen, die in jedem Projekt anfallen:

OWASP Top 10 als Arbeitsgrundlage

Broken Access Control, Injection, Security Misconfiguration, unsichere Deserialisierung – die bekannten Schwachstellenklassen sind für mich keine Checkliste am Ende, sondern Entwurfsfragen am Anfang: Wo verläuft die Vertrauensgrenze? Welche Daten kommen von außen? Wer prüft wo die Berechtigung?

Input-Validierung & Datenflüsse

Jede Eingabe ist erst einmal feindlich – aus Formularen, APIs, Dateien und Importen genauso wie aus "internen" Systemen. Validierung gehört an die Vertrauensgrenze (serverseitig, nicht nur im Client), mit Whitelist-Regeln, typisierten Parametern und Ausgabe-Encoding gegen Injection und XSS.

Authentifizierung & Autorisierung

Wer ist der Nutzer – und was darf er wirklich? Ich entwerfe Login-, Token- und Session-Konzepte auf Basis etablierter Standards (OAuth2/OIDC statt Eigenbau) und trenne sauber zwischen Authentifizierung und Autorisierung: Rollen- und Rechteprüfung serverseitig, an jedem Zugriffspunkt, testbar – nicht nur im Menü ausgeblendet.

Verschlüsselung sensibler Daten

Kryptographie einsetzen heißt vor allem: nichts selbst erfinden. Bewährte Verfahren und Bibliotheken, Transportverschlüsselung konsequent, Verschlüsselung ruhender Daten dort, wo Datenschutz oder Regulatorik es verlangen – und ein Schlüssel-Handling, das den Verlust eines Geräts oder Backups von Anfang an einkalkuliert.

Secrets-Handling

Passwörter, API-Keys und Zertifikate gehören nicht in Code, Konfigurationsdateien oder Logs. Meine Regel: Platzhalter ohne Default in jeder Umgebung, Werte ausschließlich aus der Umgebung bzw. einem Secret-Store – und wenn ein Secret je im Repository lag, wird es rotiert, nicht nur gelöscht.

Sichere Schnittstellen

APIs sind die Außenhaut Ihrer Anwendung: objektbezogene Berechtigungsprüfung gegen IDOR/BOLA, strikte Schemas statt Mass Assignment, Rate-Limiting, nachvollziehbares Security-Logging – und bei Integrationen mit Dritten klare Verträge darüber, welche Daten die Grenze überhaupt passieren dürfen.

Woher das kommt – und wo meine Grenze liegt

  • Medizinische Informationen gezielt teilen: Mobile Patientenakte mit verschlüsseltem Dateiaustausch und HL7-Anbindung – Zugriffsschutz und sichere Übertragung über App und Java-Backend hinweg
  • Sensible Geschäftsdaten verarbeiten: Rollen- und Rechtekonzepte, Audit-Trails und nachvollziehbare Datenflüsse in Payroll- und Dokumentenplattformen
  • Akademische Basis: M.Sc. Informatik (Universität Passau), dort u. a. als wissenschaftliche Hilfskraft mit der Korrektur der Übungen zur IT-Sicherheit betraut – die Grundlagen sitzen, seitdem gepflegt in 25+ Jahren Entwicklungspraxis
  • Eigene Infrastruktur als Prüfstein: Ich betreibe meine Systeme selbst – Reverse Proxy, Zertifikate, Netztrennung, Backups – und wende dabei dieselben Regeln an, die ich Kunden empfehle

Ehrliche Grenze

Ich bin Entwickler und Architekt mit Security-Fokus – kein zertifizierter Penetrationstester und kein Auditor. Ich stelle keine Prüfsiegel aus und ersetze keinen formalen Pentest.

Meine Rolle ist eine andere, und sie kommt vorher: Anwendungen so entwerfen und bauen, dass ein späterer Pentest wenig zu finden hat – und wenn ein Pentest- oder Audit-Bericht bereits auf dem Tisch liegt, die Befunde im Code tatsächlich beheben.

Sie suchen die Leistung dazu? Konkrete Schwachstellen-Analyse und -Behebung finden Sie unter Anwendungssicherheit, Audit-Trails, Rechtekonzepte und Compliance unter Regulatorische Anforderungen.

Security als Teil des Entwicklungsprozesses

Eine einmalige Prüfung veraltet mit dem nächsten Release. Deshalb verankere ich Sicherheit dort, wo sie dauerhaft wirkt:

  • In der Spec: Jede Feature-Planung beantwortet die Fragen "Wer darf das nutzen?", "Welche Daten sind sensitiv?" und "Welche Eingaben werden wie validiert?" – bevor die erste Zeile Code entsteht
  • Im Code-Review: Berechtigungslogik, Datenflüsse und Fehlerbehandlung werden gezielt geprüft – Fehlermeldungen dürfen nicht mehr preisgeben als nötig
  • In der Pipeline: Dependency- und CVE-Scans sowie Secret-Scanning laufen automatisiert bei jedem Build, nicht einmal im Quartal
  • In Tests: Zugriffskontrolle wird als automatisierter Test formuliert – damit "wer darf was" bei jeder Änderung erneut bewiesen wird

Verarbeitet Ihre Anwendung Daten, die niemand sehen darf?

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